Für diese Reise, bei der die Erkundung der *Hutongs* und der Besuch von Ausstellungen im Vordergrund standen, entschied ich mich bewusst gegen die überlaufenen Trend-Hotels an der Wangfujing-Straße und wählte stattdessen Prime Hotel Beijing Wangfujing. Nach zwei Nächten wurde mir klar, dass dieses etablierte, gehobene Hotel in erstklassiger Lage das kulturelle Erbe Pekings auf ideale Weise mit modernem Komfort verbindet. Es liegt direkt vor den Toren von Wangfujing und nur einen kurzen Fußweg von der Verbotenen Stadt entfernt; selbst kleinste Details spiegeln jenen durchdachten, gastfreundlichen Charme wider, der für das alte Peking so typisch ist.
Da das Hotel nur fünf Gehminuten von der U-Bahn-Station entfernt liegt, musste ich meinen Koffer nicht durch die Menschenmassen auf der Wangfujing-Straße schleppen. Beim Betreten des Hauses empfingen mich eine Lobby mit hohen Decken und ein dezenter, angenehmer Duft – ein wohltuender Kontrast zur austauschbaren Atmosphäre großer Hotelketten. Die Kombination aus Holzelementen im Vintage-Stil und einer warmen, goldenen Beleuchtung ließ meine Reiseermüdung augenblicklich verfliegen. Als ich eincheckte, überreichte mir das Personal – nachdem es erfahren hatte, dass ich zum ersten Mal in Peking war – proaktiv eine handgezeichnete Karte der umliegenden *Hutongs*. Darauf waren Orte wie ein seit Jahrzehnten bestehendes Hot-Pot-Restaurant (mit traditionellem Kupfertopf) und ein versteckt in den Gassen gelegener Laden für *Zhajiangmian* (Nudeln mit Sojabohnenpaste) markiert – Empfehlungen, die weitaus verlässlicher waren als alles, was ich im Internet hätte finden können.
Vom Fenster meines Zimmers aus hatte ich einen Blick auf das Straßenbild von Wangfujing, wobei in der Ferne hinter den Bäumen ein Eckturm der Verbotenen Stadt hervorlugte. Bei Sonnenuntergang wurde das gesamte Zimmer in ein warmes, goldenes Licht getaucht. Das Zimmer bot viele liebevolle Details: Die Bettwäsche war unglaublich weich und die Kissen boten hervorragenden Halt – selbst beim Zurücklehnen zur Nutzung des Smartphones gab es keinerlei Unbehagen. Zur Auswahl standen Buchweizen- oder Daunenkissen; da ich Probleme mit der Halswirbelsäule habe, schlief ich in beiden Fällen die ganze Nacht hindurch tief und fest. Das Badezimmer zeichnete sich durch eine durchdachte Aufteilung aus (mit getrennten Bereichen für Dusche, WC und Waschbecken), und heißes Wasser stand bereits nach drei Sekunden zur Verfügung. Nach dem Duschen hüllte ich mich in einen Bademantel und ließ mich in das Sofa am Fenster sinken; während ich den fernen Rufen der traditionellen Straßenhändler lauschte, die ihre Waren anpriesen, umfing mich augenblicklich dieses gemächliche, entspannte Pekinger Lebensgefühl. Die größte Überraschung war das Hotelrestaurant: Das Frühstücksangebot – darunter traditioneller Tofu-Pudding aus dem alten Peking (*doufunao*), knusprig frittierte Ringe (*jiaoquan*) und frisch ausgebackene Teigstangen (*youtiao*) – überzeugte durch authentischen Geschmack. Selbst die fermentierte Mungbohnenmilch (*douzhir*) war perfekt zubereitet, sodass man nicht weit reisen musste, um echte Pekinger Spezialitäten zu kosten. Die Executive Lounge in einem der oberen Stockwerke bot einen direkten Blick auf das Stadtbild von Wangfujing. Nach einem anstrengenden Nachmittag voller Erkundungen dorthin zurückzukehren, um bei einer Tasse Kaffee das geschäftige Treiben auf der Straße zu beobachten, war weitaus angenehmer, als sich in die überfüllten Trend-Cafés der Umgebung zu drängen.
Man braucht keinen detaillierten Reiseplan, um die Gegend zu erkunden; die Fußgängerzone Wangfujing ist nur zehn Gehminuten entfernt, sodass man nach dem Besuch der historischen Geschäfte sofort ins Hotel zurückkehren kann, ohne eine halbstündige U-Bahn-Fahrt auf sich nehmen zu müssen. Ein gemütlicher, zwanzigminütiger Spaziergang durch die *Hutongs* führt zum Osttor der Verbotenen Stadt; wer sich Zeit lässt, kommt pünktlich zum Einlass am Morgen an, ohne sich durch den Berufsverkehr kämpfen zu müssen. Am Abend erreicht man in fünf Gehminuten den Longfu-Tempel, um Ausstellungen zu besuchen oder über die Kreativmärkte zu schlendern – und auf dem Rückweg kann man sich sogar noch einen klassischen Pekinger Mitternachtssnack gönnen.
Während meines zweitägigen Aufenthalts im Prime Hotel Beijing Wangfujing begegnete ich keinen effekthascherischen Marketing-Tricks, sondern erlebte ein Gefühl von Komfort und Wohlbefinden, das auf echter Qualität beruhte. Weit besser als eine oberflächliche Reise, bei der man nur Sehenswürdigkeiten „abhakt“, war dieses Gefühl, einen soliden, einladenden Rückzugsort im Herzen der Hauptstadt zu haben, der wahre Höhepunkt meines Peking-Erlebnisses.Mehr anzeigen